Schweinefachtagung 2008 der HANSA Landhandel Lahde GmbH & Co. KG:
Tiergesundheit wird immer wichtiger
Dr. Heike Engels
Anlässlich der außerordentlich gut besuchten Schweinefachtagung der HANSA Landhandel Lahde GmbH & Co. KG in Mitte Januar in Mulmshorn sprachen namhafte Referenten über aktuelle Themen in der Schweinehaltung. Dr. Albert Hortmann-Scholten, Fachbereichsleiter Betriebswirtschaft und Marktreferent der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, gab als erster Redner einen Überblick über die voraussichtlichen Entwicklungen am Schweinemarkt 2008. Die Erlöse im Schweinemarkt seien derzeit nahe am Tiefstpunkt angekommen und die deutschen Schweinehalter spürten die bitteren Auswirkungen des Weltmarktes. Das liege an dem ungünstigen Dollar-Wechselkurs sowie an den ernormen Preissteigerungen im Futtermittelmarkt, die Spitze sei noch nicht erreicht. Aber auch den anderen Schweineproduzenten in der EU gehe es ähnlich oder sogar schlechter, weil die Erlöse für Schweinefleisch mit 1,20 €/kg in Polen oder 1,15 €/kg in Frankreich deutlich unten dem deutschen Niveau liegen. Die EU beschloss am 29.11.2007 Exportbeihilfen für Schweinefleisch, so dass Exporteure nun bei der Ausfuhr von Schweinefleisch 31,10 €/100 kg Schlachthälften und Teilstücke sowie 19,40 €/100 kg Speck erhalten. Die Erstattungen würden für alle Ausfuhren in Drittländer (nicht EU) bezahlt, unabhängig davon, in welches Land sie gehen. Diese Exporterstattungen griffen jedoch noch nicht wie gehofft, genauso wie die private Lagerhaltung nicht entscheidend zur Marktentlastung beigetragen hat. Sie werde bei 97.000 t abgeschlossen.
Neue Märkte in Asien erschließen
Derzeit laufen EU-weit Bestandsabstockungen von bis zu 15 %, was allerdings erst im Laufe des zweiten und dritten Quartals den Markt entlasten wird. Generell sei der Beitritt der osteuropäischen Länder gut für den Schweinemarkt, denn es böten sich gewaltige Exportpotentiale in diese Länder. Der Schweinefleischkonsum, hierzulande rückläufig, sei dort noch sehr hoch und könne nicht durch die eigene Produktion gedeckt werden. Dr. Hortmann-Scholten geht davon aus, dass sich der Selbstversorgungsgrad in Deutschland langfristig bei über 100 % einpendelt, was zwingend mehr Exporte nötig mache. Derzeit exportiere Deutschland schon in über 100 Länder, doch trotzdem müssten neue Märkte wie z.B. in Asien erschlossen werden. China beheimate zwar ca. 50 % der Weltschweineproduktion, verzehre aber auch 50 % des Weltschweinekonsums mit steigender Tendenz, so dass China auf Importe zukünftig nicht verzichten könne. Zumal dort derzeit gravierende Probleme in der Tiergesundheit wie etwa die „Blaue-Ohren-Krankheit“, eine aggressive Version von PRRS, zu Bestandsabstockungen führten. Rund 10 kg vom Schlachtschwein könnten in China schon jetzt zu deutlich höheren Preisen vermarktet werden als in Europa. Dazu zählen: Pfoten, Beine, Ohren, Köpfe, Schwarte etc. Die Dänen täten dies bereits, Deutschland fehle noch immer das notwendige Veterinärabkommen mit China.
Unbedingt weiter Produktion optimieren
Die Kostensteigerung im Futtermittelmarkt sei eher auf die gestiegene Nachfrage nach Mais für die Bioethanolproduktion zurückzuführen denn auf schlechte Ernten, da 2007 insgesamt EU-weit nur 2,2 % weniger Getreide geerntet wurde im Vergleich zum Vorjahr. Bis 2020 sei das Ziel, 20 % des gesamten Energieverbrauchs aus regenerativen Energien herzustellen, wodurch sich die Situation am Getreidemarkt erst einmal nicht entspannen könne. Dr. Hortmann-Scholten wagte die Prognose, dass sich auch im ersten Halbjahr 2008 der Preis für Getreide nicht unter 20 € je 100 kg bewegen werde. Er nannte in diesem Zusammenhang die Maskenänderung der Schlachthöfe hin zu höheren Schlachtgewichten als ein völlig falsches Signal, da für die letzten Kilo Zuwachs erheblich mehr zurzeit extrem teures Futter aufgewendet werden müsse. Der Druck am Ferkelmarkt werde durch erhöhte Einfuhren von dänischen und niederländischen Ferkeln bleiben. Die biologischen Leistungen hätten sich EU-weit um 0,4 Ferkel je Sau und Jahr verbessert, und das ohne Bestandsaufstockung, sondern nur durch fruchtbarere Sauen. Der Schweinepreis werde 2008 nach oben gehen, aber ob er 1,65 € erreichen werde, sei noch unklar. Und auch der Ferkelpreise würden wieder steigen, allerdings nicht so schnell in kostendeckende Regionen, schloss Dr. Hortmann-Scholten. Er appellierte daher an die Schweinehalter, ihre Betriebe weiterhin zu optimieren, um dem sich verschärfenden Kostendruck standhalten zu können.
Neuer Circo-Ferkelimpfstoff für Schutz in der Mast
Ralf Bischoff, praktischer Tierarzt aus Melle, präsentierte den Zuhörern seine Erfahrungen mit einem neuen Ferkelimpfstoff gegen Circoviren als Schutz in der Mast. Er verstehe Landwirte, die fragen, ob in Zeiten wie diesen bei fallenden Erlösen überhaupt neue Impfstoffe benötigt werden, es werde doch jetzt schon genug geimpft, argumentierte jedoch, dass gerade in Zeiten wie diesen, wenn Ferkel aus verschienenen Herkünften mit jeweils unterschiedlichem Gesundheits- und Impfstatus zusammengestallt werden, große gesundheitliche Probleme auftreten könnten. Ein gesunder Bestand leide am meisten, wenn dieser auf schlecht geimpfte Tiere treffe. Eine Impfung verhindere zwar nicht die Infektion, aber die klinische Erkrankung der Tiere. Das Circovirus Typ 2 (PCV2) sei das kleinste bekannte Virus und von vielen Desinfektionsmitteln nicht abzutöten. Im Rahmen der „Meller Studie“ testete Tierarzt Bischoff auf einem Ferkelerzeugerbetrieb mit direkter Anbindung an einen Mäster den neuen Ferkelimpfstoff der Firma Boehringer Ingelheim Vetmedica, der derzeit mit der 17c-Ausnahmegenehmigung in Problembeständen angewendet werden könne. Die offizielle Zulassung sei 2008 zu erwarten. Der Impfstoff werde bei Ferkeln ab der 2. Lebenswoche angewendet und einmalig intramuskulär infiziert. Die Immunität beginne zwei Wochen nach der Impfung.
PCV2-Probleme erst in der Mast
Auf dem Betrieb sei die PCV2-Infektion erstmals in 2001 diagnostiziert worden, die klinischen Symptome waren nur schwach ausgeprägt. Das Circovirus war vor allem bei Atemwegserkrankungen beteiligt (Porcine Respiratory Disease Complex; PRDC): die Schweine zeigten Symptome im Alter von 16 bis 18 Wochen. Die Diagnostik ergab weiterhin den Nachweis von PRRS-Virus, Haemophilus parasuis, Bordetella bronchiseptica, Pasteurella multocida und gelegentlich auch Influenzavirus bei erkrankten Tieren. Die Ergebnisse in der Aufzucht waren zufriedenstellend (tägliche Zunahmen ca. 365 g, Verluste ca. 1 bis 2 %), dort lag keine PCV2-Infektion vor. Das eigentliche Problem trat in der Mast auf (tägliche Zunahmen ca. 750 bis 780 g, Verluste ca. 3 bis 5 % (!)), dort konnte PCV2 nachgewiesen werden. Im Zeitraum November 2005 bis Juni 2006 erfolgte die Impfung der Ferkel in drei Wochengruppen zu ca. 500 Ferkeln im Vier-Wochen-Intervall. Die Umstallung der Ferkel in den Aufzucht-Mastbestand fand am Tag nach der Impfung im Alter von ca. drei Wochen statt. Die Studie war verblindet, das heißt auch die Kontrolltiere wurden geimpft, allerdings mit einem Placebo; die Mitarbeiter wussten nicht, welche Tiere tatsächlich gegen PCV2 geimpft wurden. Während der Studie wurde das Management so beibehalten wie vor der Impfung, nur die Mykoplasmenimpfung wurde ausgesetzt. Die PCV2-Infektion erfolgte erst spät nach 18 bis 20 Wochen. Mit der Impfung reduzierte sich die Anzahl der Viren und auch die Dauer, wie lange die Viren nachweisbar waren. Tierarzt Bischoff schloss aus den Ergebnissen auf eine mindestens 17 Wochen andauernde Immunität gegen das Cirocvirus.
Tabelle 1: Gewichtsentwicklung der geimpften und ungeimpften Gruppen im Vergleich
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Durchschnittliche Tageszunahme
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Woche
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Status der Virenvermehrung
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Placebo
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Impfgruppe
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Differenz
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3-15
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vor Beginn
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527 g
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527 g
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0 g
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15-20
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bei Beginn
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785 g
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828 g
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43 g
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20-25
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nach Beginn
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801 g
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840 g
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39 g
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Zwischen den geimpften und ungeimpften Tieren gab es keinen signifikanten Gewichtsunterschied bis zum Alter von 15 Wochen, zu und nach Beginn der PCV2-Infektion dann schon. Die Verlustrate reduzierte sich zwischen der 18. und 25. Lebenswoche um 59 % in der Impfgruppe im Vergleich zur Placebogruppe. Am Ende wiesen die geimpften Tiere gegenüber der Kontrollgruppe bei gleicher Mastdauer ein um über 2 kg höheres Schlachtgewicht auf. Tierarzt Bischoff fasste abschließend zusammen, dass der Impfstoff sicherlich kein Allheilmittel sei, man natürlich trotzdem weiterhin Haltung und Fütterung optimieren müsse, er jedoch tatsächlich viel leisten könne.
Mehr Transporthygiene gefordert
Als letzter Referent informierte der niederländische Schweinehalter Henry van Asten über seinen Betrieb. Van Asten investiert schon seit 1998 in den Neuen Bundesländern. Angefangen mit dem VEG Tierzucht Nordhausen in Thüringen kaufte er weitere landwirtschaftliche Betriebe in Ostdeutschland wie zum Beispiel in Uthleben, Immenrode, Gommla und in Neumark. Allein der Stammbetrieb Tierzucht Nordhausen verfügt über 6.000 Sauen und 30.000 Mastschweine.
Tabelle 2: Leistungen im Betrieb van Asten im Vergleich: Reinlinienzucht holländische Landrasse zu F1-Tieren des besten Vermehrungsbetriebes mit Pietrain-Einkreuzung
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Leistungen
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holländische Landrasse
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F1-Tiere
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Abferkelrate aus 1. Belegung
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90 %
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92 %
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Anzahl lebend geborener Ferkel je Wurf
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13,05
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13,60
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Remontierungsrate
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52
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45
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Anzahl abgesetzter Ferkel pro Wurf
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11,62
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12,56
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Säugezeit
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27,5
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27,2
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Abgesetzte Ferkel je Sau und Jahr
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27,6
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30,4
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In Deutschland erreicht van Asten im Schnitt etwa 27 abgesetzte Ferkel je Sau und Jahr, eine weitere Steigerung hält er für möglich. Um diese hohe Leistung zu erreichen und auch zu halten, ist ein durchdachtes Management nötig. Van Asten unterhält einen eigenen LKW-Fuhrpark für den Transport der Jungsauen und Mastläufer, um das Einschleppen von Erregern zu verhindern. Bei Engpässen nutzt er die LKWs auch für den Transport der Mastschweine zum Schlachthof. Denn während in den Niederlanden jeder Schlachthof über einen eigenen überdachten und beheizten LKW-Waschplatz verfügt und das Reinigen der Tiertransporter nach dem Abladen der Tiere seit der Schweinepest 1997 Gesetz ist, würden in Deutschland noch zu viele LKWs ungereinigt den Schlachthof verlassen. Vor allem im Winter komme das häufig vor, weil die Wasserleitungen in den nicht beheizten Waschplätzen einfrieren.
Gute Mitarbeiter wichtigstes Kapital
Van Asten sieht in der optimalen Tierbetreuung einen entscheidenden Einfluss auf die Leistung der Tiere. Gute Mitarbeiter sind für ihn daher das wichtigste Kapital. Die Abferkelung wird grundsätzlich überwacht. Die Ferkel erhalten so sicher zusätzliche Wärme über Lampe oder Fußbodenheizung. Die Würfe bleiben bis zum Mastbeginn zusammen, um die Krankheitsübertragung zwischen den Würfen zu unterbinden. Nur schwache Ferkel werden versetzt. Er rät, in den ersten zwei Tagen keinerlei Maßnahmen am Ferkel durchzuführen, denn Verletzungen durch Ohrmarken o.ä. bieten Streptokokken beste Eintrittspforten. Die Säugezeit liegt bei etwa 28 Tagen, was laut van Asten der Gebärmutter ausreichend Zeit gibt, sich zurückzubilden. Kurz nach der Geburt erhält die Sau nur Wasser. Erst wenn sie trinkt, bekommt sie eine auf die Kondition abgestimmte Fütterung. Van Asten ist überzeugt, dass in der Säugezeit der nächste Wurf produziert wird, daher ist diese Zeit besonders wichtig.
Im Deckzentrum achtet er auf viel Licht. Das erreicht er mit Leuchtstoffröhren der Farbe 54, das ist eine extrem helle Tageslichtfarbe, die 16 Stunden pro Tag leuchten. Die Sauen bekommen Futter ad libitum und zusätzlich Vitamine und Mineralstoffe. Mit einem Computerprogramm wird über die Anzahl und Zeitpunkte der Besamungen pro Sau und Zyklus errechnet, ob man 95 % der Tiere zum richtigen Zeitpunkt besamt hat. Van Asten hat die Erfahrung gemacht, dass die dritte Besamung mehr schadet als nützt, daher wird so optimiert, dass nur noch maximal zwei Besamungen je Zyklus erfolgen. Die erste Besamung erfolgt ab 240 Tagen, auf jeden Fall in der zweiten Rausche. Er hält viel von Eigenremontierung, rät jedoch zum gelegentlichen Tierzukauf, um den Zuchtfortschritt nicht zu verpassen.
Zukünftig mehr SPF-Tiere
In der Mast gibt es zur einfacheren Tierbetreuung eher kleine Buchten mit je etwa zehn Tieren, weil große Gruppen schlecht zu überwachen sind. Jedes Tier hat einen Fressplatz am Längstrog und erhält in der Vormast Futter ad libitum, um das Jugendwachstum auszunutzen, in der Endmast allerdings gilt die Faustformel: Die Börgen bekommen nur so viel zu fressen wie die weiblichen Tiere, denn alles Futter darüber hinaus führt nur zu mehr Fett. Ziel ist, 96 % der Tiere innerhalb der Maske abzuliefern. Dazu wird zum Schlachttermin nach 91 und 111 Tagen sortiert; nur die Schweine unter 84 kg geschlachtet werden etwa drei Wochen nachgemästet.
Für die Zukunft ist die weitere Verbesserung der Tiergesundheit oberstes Ziel: Van Asten will vermehrt auf SPF-Tiere (specific pathogen free) setzen, also Tiere, die frei von bestimmten Erregern wie etwa PRRS sind. Bei diesen Tieren seien die Medikamentenkosten geringer, die Futterverwertung und das Wachstum aber höher als bei „normalen“ Schweinen. Weiterhin möchte er die Schweine noch besser nach Altersgruppen und Produktionsziel trennen und Hygienemaßnahmen (Hände und Stiefel desinfizieren, Duschzwang, täglich neue Overalls u.v.m.) optimieren. Die Erfolge solcher Maßnahmen seien zwar nur langsam an geringeren Medikamentenkosten zu sehen, aber sie lohnten sich in jedem Fall.
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