Ferkelfütterungsversuch 1 am Institut für Tierzucht und Tierhaltung der
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Ziel dieses Versuchs war die Überprüfung der Wirtschaftlichkeit von zwei verschiedenen Futterstrategien für die Ferkelaufzucht aus dem Hause HANSA-Landhandel.
Getestet wurden Ferkel, die mit 27 Tagen abgesetzt wurden und in Zehnergruppen im Flatdeck aufgestallt wurden. Die Ferkel wurden mit Trockenfutter in pelletierter Form (2,8 mm-Pellet) gefüttert. Versuchs- und Kontrollgruppe wurden in den Merkmalen Futteraufnahme, Futterverwertung, Tageszunahme und Futterkosten verglichen. In dieser Testreihe wurde die Vorzüglichkeit des Einsatzes hochverdaubarer Komponenten (Molkenpulver, Kartoffelprotein und aufgeschlossenes Getreide) geprüft. Tabelle 1 zeigt den Versuchsaufbau; Informationen zu Inhaltsstoffen und Komponenten der eingesetzten Futtermittel gehen aus Tabelle 2 hervor.
Alle Tiere wurden am Einstalltag, 2 Wochen nach Ende der Prestarterfütterung (19. Tag) und am Ausstalltag (42. Tag) gewogen. 403 Tiere wurden eingestallt, davon 203 in der Kontroll- und 200 in der Versuchsgruppe. Verluste gab es keine.
Ausgewertet wurde das Merkmal Tageszunahme als Einzeltierinformation, während Futteraufnahme und Futterverwertung als Merkmale pro Bucht ermittelt wurden. Korrigiert wurden die Mittelwerte um die Effekte der Fütterungsgruppe und des Geschlechtes, das Einstallgewicht wurde als Kovariable berücksichtigt.
Alle Ferkel der Kontroll- und Versuchsgruppen wurden mit einem hochwertigen Prestarter (SCA-Multiplas; 15,2 MJ ME, 20,5 % Rohprotein, 1,6 % Lysin) vier Tage lang angefüttert.
Nach Multiplas folgte in der Kontrollgruppe HANSA FS 14.4 Pellet, welches 14 Tage lang verfüttert wurde, um dann auf HANSA FS 13.4 Pellet zu verschneiden. HANSA FS 13.4 wurde bis zum Aufzuchtende eingesetzt. In der Versuchsgruppe wurde HANSA FS 14.4 Pellet 21 Tage lang verfüttert, um dann direkt auf HANSA Start 13.4 Pellet zu wechseln, wie es häufig aus Kostengründen in der Praxis geschieht. Inhaltsstoffe und Komponenten der eingesetzten Futter nach dem Prestarter sind Tabelle 2 zu entnehmen.
Die Einstallgewichte der Ferkel betrugen durchschnittlich 8,75 kg in der Kontroll- und 8,61 kg in der Versuchsgruppe. Die Tageszunahmen vom ersten bis zum 19. Tag lagen in Kontroll- und Versuchsgruppe auf ähnlich hohem Niveau von 259 bzw. 272 g bei Futterverwertungen von 1 : 1,4 bzw. 1,38 bei gleichem Fütterungsregime in beiden Gruppen, wie aus Tabelle 3 hervorgeht.
Hohe Verdaubarkeit sichert den Erfolg
Im Abschnitt vom 20. bis zum 42. Tag kamen deutlich die Vorteile des hochverdaulichen Folgefutters FS 13.4 zum Tragen. Konnten in der Kontrollgruppe Tageszunahmen von 625 g realisiert werden, lagen diese in der Versuchsgruppe mit 557 g signifikant niedriger, obwohl FS 14.4 hier bis zum 26. Versuchstag verfüttert wurde und erst dann auf das Folgefutter verschnitten wurde. Begründet liegt dieses Ergebnis in der signifikant höheren Futteraufnahme und besserer Futterverwertung in der Kontrollgruppe durch die Verwendung thermisch aufgeschlossenen Getreides und einer Molkenpulver/Kartoffelproteinmischung neben den klassischen Komponenten wie Getreide, Sojabohnen und Sojaextraktionsschrot. Es wird deutlich, dass zur Ausschöpfung des Leistungspotenzials der Ferkel in der Aufzucht hochverdaubare Komponenten unverzichtbar sind.
Durch diese Leistungsüberlegenheit im zweiten Aufzuchtabschnitt hat die Kontrollgruppe über die gesamte Ferkelaufzucht bis zum Ausstallen mit 456 g Tageszunahme um 30 g pro Tag signifikant besser als die Versuchsgruppe abgeschnitten.
In den Komponentenkosten lag FS 13.4 im Zeitraum der Versuchsdurchführung um € 5,- per dt über Start 13.4. Trotz dieses subjektiv „teuren Futters“ lagen die Futterkosten in der Kontrollgruppe sogar noch um € 0,20 je Tier unter denen der Versuchsgruppe. Hieraus resultiert die Beratungsempfehlung, unter 20 kg Lebendgewicht der Ferkel HANSA FS 13.4 einzusetzen, um den höheren Grenznutzen der hochverdaulichen Mischung bei kleineren Ferkeln auszunutzen.
Fazit
Der Einsatz hochverdaubarer Komponenten im Ferkelaufzuchtfutter bringt auch bei größeren Ferkeln nach dem 19. Aufzuchttag im Flatdeck deutlich verbesserte Leistungen bezüglich Futteraufnahme, Futterverwertung und Tageszunahme. Es wurde in diesem Versuch deutlich, daß das auf dem ersten Blick teurere Futter zu höherer Wirtschaftlichkeit in der Ferkelaufzucht führte.
Dr. Marco Mohrmann



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